Sommer-Ausgabe 2010
Der Ort der Kraft bin ich!
Expertenseite von Gerhard F. Liebhart

- Wenn wir die Kraft im Außen suchen
- Wie kommen wir in eine Situation von Abhängigkeit?
- Wunsch nach sich spüren
- Wunsch etwas Besonderes sein zu wollen
- Urteilen und verurteilen
- Wie kommen wir hier heraus?
- Woran erkennen wir, dass wir es geschafft haben?
- Kontakt
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Der Ort der Kraft bin ich!
er von uns hat sich noch nicht die Frage gestellt, was denn passiert sein kann, wenn wir uns wieder einmal mehr oder weniger ohne Grund völlig kraftlos fühlen. Interessanterweise stellen wir uns diese Frage nicht, wenn es uns gut geht, wir sehen als selbstverständlich an, dass es uns gut geht. Dem ist aber nicht so!
Es braucht letztlich sehr viel aktives Zutun, damit es uns gut geht, damit wir bei Kräften sind, damit wir auch anderen dann und wann etwas von unserer Kraft abgeben können. Nun ist es so, dass viele von uns die Kraft im Außen suchen und nur eine Minderheit sucht und findet sie bei sich im Inneren. Ich möchte heute auf die unterschiedlichen Auswirkungen eingehen.
Wenn wir die Kraft im Außen suchen
enn wir die Kraft im Außen suchen, also bei anderen Menschen, dann sind wir auch schon im Bereich der Bedürftigkeit angelangt, wir „bedürfen“ z.B. der Anerkennung und der Wertschätzung anderer, d.h. wir brauchen sie, um uns gut zu fühlen, und „müssen“ uns somit abhängig machen. Wenn wir intensiv jemanden brauchen, weil der Ort unserer Kraft im Außen liegt, sind wir automatisch gefährdet, zum Spielball zu werden, also „missbraucht“ zu werden. Wir fühlen uns dann häufig und natürlich gar nicht zufällig vollkommen ohnmächtig weil wir vollkommen abhängig sind von anderen.
Wie kommen wir in eine Situation von Abhängigkeit?
un, diese Situation spiegelt stets eine nicht überwundene Erfahrung wider, in der wir Opfer waren, oder einen Verlust erlitten haben. Und nun versuchen wir einen Ausgleich für dieses Defizit zu schaffen, die durch den Bruch der Verbundenheit in uns entstanden ist. Weil uns nun dadurch bedingt ein unbändiges emotionales Bedürfnis nach „geliebt werden“ (also durch andere) durchs Leben treibt, geraten wir leider sehr schnell in eine Abhängigkeit. Ohne es zu merken, schaden wir uns damit fortan selbst, denn „alles“ was außerhalb von uns ist, kann uns niemals dauerhaft zufrieden und glücklich machen, oder gar retten.
Wenn wir uns wie gesagt in einer „Bedürftigkeitssituation“ befinden, also „abhängig“ sind, dann gibt es hier immer eine Verbindung zu einer Opfergeschichte von uns, zu Angst und zu Gefühlen der Unzulänglichkeit, die wir mehr und mehr kompensieren „müssen“. Kompensieren tun wir diese Gefühle dann gerne durch ein Zuviel, egal was wir tun, z.B. durch zuviel und harte Arbeit, zuviel an Klammern an den Partner, zuviel an anderen Gutes tun wollen, etc.. Schnell werden solche Lebensgeschichten dann auch zu Geschichten des „Herzensbruchs“ in unserer engeren Umgebung, wenn wir beginnen andere zu manipulieren oder „uns einfach nehmen, wovon wir glauben, dass es uns zusteht für die Befriedigung unserer Bedürfnisse“.
Wunsch nach sich spüren
n solchen Situation haben wir stets den massiven Wunsch und das Bedürfnis, uns zu spüren. Dazu gäbe es zwar viele positive Möglichkeiten, ohne mit Brachialgewalt und gegen den Willen anderer die Erfüllung unserer Bedürfnisse durchzusetzen. Viele von uns allerdings wählen eine weitere Möglichkeit, nämlich eine negative, nämlich das Leid. Bei jeder Gelegenheit erzählen sie allen die es hören wollen und die es eigentlich nicht hören wollen, bis in kleinste Detail alle Einzelheiten über ihre Leiden. Ja man bekommt fast den Eindruck, dass sie ihr Leiden als ein Zeichen dafür betrachten, dass sie „gut“ sind. Sie bekommen ja mehr oder weniger viel an Aufmerksamkeit durch ihre Geschichten des Leidens, aber auch des Pechs, der Aufopferung, der Rache, des Grauens, etc.
Man bekommt häufig das Gefühl, dass es sich herrlich anfühlen muss, so richtig im Märtyrertum zu „baden“. Sie leben nach dem Motto: „Wenn es irgendwo etwas zu erleiden gibt, sind wir haargenau die richtige Person dazu“. Sie glauben häufig sogar durch ihre Leiden so etwas wie Weisheit zu erlangen, in Wahrheit ist es aber umgekehrt, durch die Auflösung unserer Leiden, erreichen wir Weisheit.
So gesehen sind Leiden immer ein Hinweis, dass wir in die falsche Richtung unterwegs sind, nämlich weg von unserem eigentlichen Ziel, dem Glück.
Wunsch etwas Besonderes sein zu wollen
eim Drang zum Etwas-Besonderes-sein-wollen verhält sich das genau so, übrigens ein Garant für einen Beziehungscrash, denn eigentlich wollen wir, dass ausschließlich „unser“, also „mein“ Ego hier in den Mittelpunkt steht und nicht das von der Partnerin oder vom Partner und damit ist natürlich für eine echte Beziehung absolut kein Raum mehr vorhanden.
Die meisten Menschen halten es trotzdem für Liebe, aber in Wahrheit ist es nur vorgetäuschte Liebe. Es ist eine Form des Bekommens und Nehmens, die anders ist als die natürliche Gegenseitigkeit des Gebens und Empfangens, die mit bedingungsloser Liebe einhergeht. Das heißt, sobald eine Bedingung (ob bewusst oder unbewusst) mit im Spiel ist, kann es keine Liebe sein, sondern im besten Fall eine „Schein-Liebe“.
Es ist wie eine Falle, in die wir hineintappen, denn wir suchen im anderen Menschen, im Partner eine Quelle die niemals versiegen darf, im zuverlässigen Erfüllen unserer Bedürfnisse. Wir wollen unseren Partner, unsere Partnerin dafür „besitzen“, dass er/sie für „uns allein“ und absolut für niemanden anderen tut, was er/sie tut, wir reservieren uns den Partner, die Partnerin ausschließlich für uns selbst, mehr noch wir wollen er oder sie uns „beweist“, dass wir etwas Besonderes sind. Eine „besondere Liebesbeziehung“ stellt sich dann ein, wenn ein Mensch unsere Bedürfnisse erfüllt, eine „besondere Hassbeziehung“ stellt sich dann ein, wenn er oder sie das nicht oder nicht mehr tut, wenn er oder sie nicht nach dem Drehbuch lebt, dass wir ihm oder ihr zugedacht haben. Der andere Person wird quasi als Zubehör mit spezieller Funktion gesehen und nicht als Partner, sie sind lediglich Nebendarsteller in unserem Stück.
Dies alles führt zwangsläufig früher oder später zu Schmerz und Enttäuschung, denn eine Enttäuschung kann es ja nur geben, wenn ich mich vorher getäuscht habe, ein Nicht-Leben ist die Folge, denn es lässt weder echte Nähe, noch echtes Vertrauen, noch ehrliche Liebe zu. Das Gefühl von Unzulänglichkeit, Liebesunwürdigkeit und Wertlosigkeit breitet sich mehr und mehr aus. Vordergründig verspüren wir Ärger und dieser gibt uns die Rechtfertigung, andere Menschen anzugreifen und damit zerstören wir vieles in unserem Umfeld und all das ist unendlich Kräfte zehrend.
Urteilen und verurteilen
m deutlichsten nehmen andere das wahr, wenn wir urteilen. Entweder verurteilen wir nur einen Menschen oder wir führen ein überwiegend urteilendes Leben, indem wir über jeden und alles ein Urteil fällen. Es versteht sich von selbst, dass dieses Urteil niemals positiv ausfallen kann. Dieses Urteil ist stets der Versuch, uns über andere zu erheben und es ist letztlich wie eine Gefängnisstrafe, wo wir im Gefängnis unseres eigenen Urteils sitzen, während wir andere Menschen verurteilen, also „einsperren“. Damit begrenzen wir unsere eigenen Möglichkeiten und halten somit auch unsere Zukunft eingesperrt.
Sinn und Zweck dieser Urteile sollen unsere Schuldgefühle und unser Versagensgefühle kompensieren und dienen somit als Abwehrstrategie zum Verbergen unserer eigenen Angst. Natürlich vergiften wir damit vor allem unsere engste Umwelt, denn unter dieser emotionalen Umweltverschmutzung leiden letztlich alle und meist auch noch sehr, sehr heftig.
Nicht selten spielen wir dann ein Lebensspiel, bei dem entweder alle Beteiligten verlieren oder wir selbst erneut zum Opfer werden. Und dabei tun wir das alles doch nur, um unser grundlegendes Bedürfnis nach Liebe, Wertschätzung und Aufmerksamkeit erfüllt zu bekommen.
Wie kommen wir hier heraus?
un, indem wir uns entscheiden aufzuhören, Teil des Problems zu sein, oder überhaupt das Problem schlechthin zu sein. Indem wir zuerst einmal hinsehen, wodurch wir einstmals ein Bedürfnis zu unserer Geschichte geschaffen haben, denn dort hat der Teufelskreis begonnen und dann müssen wir noch die Verantwortung dafür übernehmen, dass wir es immer selbst sind, die das Drehbuch zu unserer Geschichte geschrieben haben.
Wenn wir das nämlich nicht tun, hindern wir einen Teil von uns daran, erwachsen zu werden, d.h. annehmen und empfangen zu können. Loslassen ist eine der besten Techniken zum „Umschreiben“ unserer Geschichten, oder Integrieren der Geschichte zusammen mit allen anderen Geschichten die eine Kompensation für unsere Bedürftigkeit sind.
Es beginnt mit dem Loslassen von Kleinheits- und Schuldgefühlen, mit dem Loslassen von Wertungen und von Etwas-Besonderes-sein-wollen, von Dingen die zur kurzfristigen Befriedigung von Bedürfnissen führen, es setzt sich fort mit dem Loslassen unseres nicht eingestanden Selbsthasses und mit dem Loslassen des Gefühls andere dazu zu brauchen, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Durch emotionales „Um-Erleben“ lösen wir uns von den alten Mustern, die uns bisher an einer Weiterentwicklung gehindert haben und dann können wir bereits damit beginnen unser eigenes Drehbuch zu schreiben.
Wie geht denn das, mit dem Schreiben unseres eigenen „Drehbuchs“?
Nun, ab dem Moment, wo wir den Kontakt mit unserem Inneren herstellen (Intuition, Bauchhirn, Unbewusstes, etc.), spüren wir sehr schnell unsere wahren Bedürfnisse (und nicht mehr jene Bedürfnisse, die uns andere Menschen einreden oder Werbung aller Art einflößen) und schon arbeitet unser schöpferischer Geist auf Hochtouren, unsere Inspiration wird grenzenlos und unsere Begabungen und Talente, sowie „unsere Bestimmungen“ werden auf allen Ebenen sichtbar.
Kaum in die richtige Richtung gestartet, umgibt uns auch eine Aura des Erfolges, wir beginnen im wahrsten Sinne des Wortes zu leuchten und wir leuchten fortan in Form eines Vorbildes auch andern den Weg aus, wir übernehmen Verantwortung für all unser Tun und arbeiten an dem, was wir „wollen“ und überlegen uns nicht mehr, wie wir das verhindern können, was wir „nicht wollen“.
Auch sehen wir es sehr rasch in unserem Außen, also an unserer Figur, plötzliche nehmen wir ab, ohne extra dafür etwas zu tun, die Fettpölsterchen verschwinden an Stellen, wo wir bereits ein Leben lang versucht haben, sie los zu werden oder zumindest klein zu halten. (Fett ist ja nichts anderes, als der idealste Energiespeicher und Energie ist Leben, also ist gespeichertes Leben gleichzeitig nicht gelebtes Leben. Können Sie das nachvollziehen?)
Auch unser beruflicher Erfolg stellt sich in einer Form ein, wie wir es nicht zu träumen gewagt haben, usw. und wir erfüllen fortan unser Leben mit „Gipfelerfahrungen“ in allen Lebenslagen, vor allem auch im Privaten.
Woran erkennen wir, dass wir es geschafft haben?
anz einfach, denn eine der größten Gaben des Lebens ist das Gefühl der „Nähe“, denn sie spiegelt Vertrautheit wider und diese rührt daher, dass wir uns völlig frei von Angst fühlen und erst dieser Zustand macht es möglich, dass wir uns sowohl an uns, wie auch an unserem Gegenüber freuen können. Vertrautheit, Verbundenheit, Zärtlichkeit werden so zu einer selbstverständlichen Lebensweise und somit erzeugt sie auch ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Partnerschaft. Weil wir mit uns selbst „eins sind“, können wir ganz leicht und jederzeit Nähe zulassen und sie auch genießen.
Wir haben dann auch keine Angst mehr, nicht gut genug zu sein, oder nicht geliebt zu werden. Das Zulassen von Nähe öffnet uns die Tür zur Liebe, zur echten und bedingungslosen Liebe. Die Liebe selbst ist schließlich jener Zustand, der dann letztlich von Dauer ist, denn sie strömt fortan dauerhaft aus uns heraus und macht nicht nur uns selbst glücklich, sondern bringt unaufhörlich positive Energie zu uns zurück. Letztlich bezieht sich die Liebe auf alle Menschen und nicht nur auf eine auserwählte Person, damit können wir dann auch den „wahren Sinn des Lebens erkennen und sogar erfühlen und wir erkennen und erfühlen darin auch uns selbst als würdig und liebenswert. Das Erreichen der Liebe ist wie eine völlige Neugeburt, alles wird heller und schöner als zuvor.
Ab diesem Zeitpunkt sind wir so etwas wie ein Meister, und wenn wir Meister sind, gelingt es uns auch die Schätze des Lebens zu heben und es wird uns im Traum nicht mehr einfallen, einem kurzfristigen Glück hinterher zu jagen, denn das Glück sitzt nun fortan auf unsern Schulter und ist ständiger Begleiter unseres Lebens.
Hier angelangt ist es für alle erkennbar, ja unübersehbar: „Der Ort der Kraft bin ich!“
Und zum Schluss noch mein gewohnter Tipp: „Wenn Sie allein nicht weiterkommen, dann lassen Sie sich helfen!“
Herzlichst, Ihr Gerhard F. Liebhart
Kontakt:
Gerhard F. Liebhart
Coach & Energetiker
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